WordPress professionell einrichten – Grundeinrichtung

Anmerkung: Diese Artikelserie entstand in Kooperation mit der Full Service Werbeagentur WERBEBOTSCHAFT aus Nürnberg.

Sie wissen, wie man WordPress installiert und richtig einrichtet? Das glaube ich nicht …
Professionelle WordPress-Einrichtung in Bezug auf Sicherheit, Performance und Komfort, umfasst viel mehr Punkte, als das durch bisherige Guides und Tutorials im Internet behandelt wird.

Das hat mich veranlasst, eine eigene, umfangreiche, professionelle, und für den produktiven Einsatz verwendbare Liste zu erstellen, die ich hiermit gerne mit Ihnen teilen möchte.

Meine Liste ist natürlich auch nicht allumfassend. Dazu gibt es zu viele Einsatzzwecke für WordPress.
Aber durch jahrelanges Arbeiten mit WordPress, und dem Vergleich mit anderen Listen dieser Art, kann ich Ihnen versichern, dass Sie mit dieser, meiner Checkliste sicherer und kompletter fahren, als mit nahezu allen vergleichbaren Listen zum heutigen Zeitpunkt.

Wir behandeln in diesem Artikel deshalb viele essentielle und weiterführende Themen, um die optimale Checkliste für uns zu erarbeiten.

Angefangen von den richtigen Plugins, weiter zum Anlegen und Prüfen von Inhalten vor und nach der Veröffentlichung, über Performance Einstellungen in WordPress und am Server und unverzichtbaren Sicherheitsmechaniken, bis hin zu wichtigen SEO Maßnahmen, bewegen wir uns durch ein weites Feld der WordPress Einrichtung und Optimierung und haben zum Schluss ein professionell eingerichtetes System, das uns wieder ein Stückchen besser schlafen lässt.

Viel Spaß!

Und los!

Zur Basis-Einrichtung von WordPress gehört zuerst einmal das Installieren und Aufräumen, dann das Einstellen verschiedener System-Paramter und zu guter Letzt das Einrichten Ihres gewünschten Themes.

Download der deutschen Version

Laden Sie sich gleich die deutsche, nicht die englische, WordPress Version unter https://de.wordpress.org/ herunter.
Hier sind, im Vergleich zur englischen Version, nämlich schon viele Voreinstellungen, wie z.B. Zeit und Spracheinstellungen, getroffen und die deutsche Übersetzung ist bereits aktiviert.

Löschen nicht benötigter Themes

Zum heutigen Tage kommt WordPress in der Standard-Version mit drei Themes. Twentyfifteen Twentysixteen und Twentyseventeen. Dies sind also die Standard-Themes der Jahre 2015, 2016 und 2017. Sollten Sie nicht aus irgendeinem Grunde das Theme von 2015 und 2016 verwenden wollen, rate ich Ihnen, diese beiden einfach zu löschen und nur das Theme von 2017 zu behalten.

Damit haben Sie weniger Speicherplatz verbraucht und erhalten auch weniger sinnfreie Updatemeldungen, da die beiden alten Themes sowieso nur brach liegen würden.

Löschen nicht benötigter Plugins

WordPress kommt mit zwei installierten Plugins namens „Hello Dolly“ und „Akismet“.

Hello Dolly ist ein Test-Plugin, das Sie als Grundlage für die eigene Plugin-Programmierung verwenden können. Löschen Sie es, wenn Sie es nicht benötigen.

Akismet hilft immens bei der Bekämpfung von Spam. Für Akismet ist eine Registrierung notwendig, die Sie vornehmen können, wenn Sie einen WordPress.com Account haben, oder Sie müssen diesen noch einrichten.

Sollten Sie Akismet nicht verwenden wollen, z.B. weil Sie Spam manuell bearbeiten  oder ein anders Plugin für diesen Zweck haben, löschen Sie es ebenfalls.

Löschen der Standard-Seite

Bei der Installation von WordPress hat dieses eine Seite namens „Beispielseite“ angelegt. Löschen Sie diese erst einmal und legen danach Ihre erste frische Seite, z.B. Ihre Startseite, an. Dadurch ergeben sich für später, vor allem in Bezug auf die Kommtarfunktion, einige Vorteile im Bereich der Sicherheit Ihres Systems.

Löschen des Standard-Beitrags

Bei der Installation von WordPress legt dieses einen Beitrag namens „Hello World!“ angelegt. Löschen Sie diesen gleich einmal. Dadurch ergeben sich für später, vor allem in Bezug auf die Kommtarfunktion, einige Vorteile im Bereich der Sicherheit Ihres Systems.

Löschen des Standard-Kommentars

Zum von WordPress angelegten, und jetzt von uns gelöschten, Artikel „Hello Word!“ gibt es auch einen angelegten Kommentar. Achten Sie auch hier darauf, diesen gleich einmal zu löschen, da er nicht benötigt wird. Im Normalfall wird dieser aber sowieso beim Löschen des Standard-Beitrags mit gelöscht.

Ihr Theme installieren

Als nächstes sollten Sie Theme installieren.
Entweder Sie haben bereits ein gekauftes Theme, suchen sich ein Theme über das WordPress Theme Repository unter http://ihre-domain-de/wp-admin/theme-install.php aus, starten eine Eigenentwicklung oder Sie nutzen das Standard-Theme twentysixteen.

In allen Fällen, bis auf den letzten natürlich, sollten Sie das Twentysixteen Standard-Theme nicht löschen, einfach deaktiviert lassen und weiterhin updaten, wenn Updates vorliegen.
Grund hierfür ist, dass wenn einmal irgendetwas nicht stimmt, Sie ihr Theme deaktivieren und das Standard-Theme aktivieren können, um zu prüfen, ob das Fehlverhalten evtl. aus Ihrem Theme resultiert.

Child-Theme erstellen

Wie auch immer Sie sich entschieden haben … Nach der Theme-Installation erfolgt die Child-Theme-Installation bzw. -Einrichtung.

Entweder bringt Ihr installiertes Theme bereits ein Child-Theme mit, oder Sie legen selbst eines an und aktivieren dieses dann anstelle des Haupt-Themes.

Code-Änderungen an Struktur und Aussehen machen Sie dann nur noch im Child-Theme und fassen den Code des Haupt-Themes nicht an.

Der Hintergrund dürfte klar sein: Sollten Sie Änderungen am Code des Haupt-Themes machen, können Sie dieses nicht mehr durch Updates auf dem neuesten Stand halten, das diese Updates IHre Änderungen wieder überschrieben würden.

Nähere Informationen zum Erstellen von Child-Themes finden Sie im WordPress Codex.

Versionskontrolle

Sollten Sie ein Child-Theme erstellt haben, und wie gesagt: dies empfehle ich Ihnen eigentlich in jedem Fall, sollten Sie sich auch ein Versions-Kontroll-System einrichten.

Über eine Versionkontrolle können Sie nämlich jegliche Änderungen an Ihrem Code abspeichern, zu einem späteren Zeitpunkt einsehen, und vor allem ganz einfach wieder rückgängig machen.

Zusätzlich können mehrere Entwickler an einer Code-Basis arbeiten und kommen sich dabei nicht in die Quere.

Meine Empfehlung für ein Versions-Kontroll-System lautet ganz klar: https://git-scm.com

Permalinks einschalten

Unter dem Menüpunkt „Einstellungen->Permalinks“ stellen Sie das Format Ihrer URLs ein.
Dies ist vor allen aus Gründen der Suchmaschinen-Optimierung sehr wichtig, bewerten Suchmaschinen doch Seiten mit „sprechenden“ URLs besser als Seiten, die mit kryptischen URLs arbeiten.

Ich für meinen Teil stelle die Permalinks bei Blogs meist auf „Monat und Name“, bei Firmen-Websites eignet sich die Option „Beitragsname“ bestens um suchmaschinenfreundliche URLs zu erhalten.

Suchmaschinenzugriff verbieten

Während der Entwicklung sollten Sie, vor allem , wenn Sie auf einem Online-Server entwickeln, unter dem Menüpunkt „Einstellungen->Lesen“ die Checkbox „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ unbedingt anhaken.

Denn wenn Sie online arbeiten, und Ihre Seite erst einmal nicht über andere Systeme vor Suchmaschinen verstecken, kann es sein, dass Suchmaschinen bereits Ihren Test-Inhalt indexieren und Sie dann größere Probleme haben werden, diese Testinhalte wieder aus der Suchmaschinen entfernen zu lassen.

Im späteren Verlauf deaktivieren wir diese Checkbox dann wieder, denn wenn Ihre Seite bereit ist, live zu gehen, möchten Sie ja, dass Suchmaschinen vorbei kommen und Ihre Inhalte indexieren.

Uploads nicht nach Monaten und Jahren

Standardmäßig wird unter dem Menüpunkt „Einstellungen->Medien“ der Punkt „Organisiere Uploads in monats- und jahresbasierten Ordnern“ angehakt.

Sollten Sie einen Blog haben und sich an die verschiedenen Datums Ihrer Einträge und Uploads erinnern, kann dies unter Umständen eine gute Idee sein. Aber ich will ehrlich sein: Selbst unter diesen Umständen habe ich mit dieser Option große Probleme.

Ist diese Option angehakt erstellt WordPress für jeden Monat, in dem Sie einen Upload in die Mediathek tätigen, einen Ordner. Und darunter dann für jeden Tag jeweils noch einen Ordner.

Suche Sie nun z.B. über FTP nach einer Datei, werden Sie sich nach einigen Jahren sehr schwer tun, diese im Ordner-Wirrwarr zu finden.

Meine klare Empfehlung lautet hier, die Option zu deaktivieren. So liegen alle Medien, also Bilder, Videos, PDFs … in einem einzigen Ordner, nämlich wp-content/uploads und sind somit sehr leicht zu finden und weiter zu verarbeiten.

Admin E-Mail Adresse setzen

Unter „Einstellungen->Allgemein“ sollten Sie, falls bei der Installation nicht schon geschehen, die Admin-Email Adresse auf eine E-Mail Adresse, auf die Sie Zugriff haben, setzen.

Hintergrund ist hier, dass an diese E-Mail Adresse standardmäßig viele System-Benachrichtigungen und Meldungen geschickt werden. Sollten Sie Plugins installieren, wird hier auch oft standardmäßig die E-Mail Adresse des Administrators verwendet, um Nachrichtenmails zu versenden.

Menü-Bearbeitung für Redakteure einrichten

Kein zwingend wichtiger Punkt, aber von vielen Kunden immer wieder gefordert ist, Redakteuren das Recht einzuräumen, Menüs bearbeiten zu können.

Zugegeben: Von WordPress ist das ungünstig gelöst. Ein Redakteur, der Seiten und Beiträge anlegen und bearbeiten kann, hat von Haus aus keinen Zugriff auf Menüs. Er kann also keine Menüpunkte für neue Seiten anlegen, oder Seiten in Menüs verschieben.

Um Redakteuren nun also Zugriff auf Menüs zu geben, schreiben Sie folgenden Code in die Datei functions.php in Ihrem Theme:

$role_object = get_role( 'editor' );
$role_object->add_cap( 'edit_theme_options' );

Dies hat gleich noch mehr Vorteile gebracht, denn so kann ein Redakteur auch gleich z.B. Widgets anlegen, bearbeiten und verschieben.

Der Redakteur hat jetzt nämlich Zugriff auf den kompletten Menüpunkt „Design“ inklusive Unterpunkte.

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